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Medikamentöse Behandlung einer ADHS bei Erwachsenen

Eine wichtige Säule im multimodalen Behandlungskonzept ist die medikamentöse Behandlung. Das hierzu eingesetzte Methylphenidat (kurz: MPH) stammt ursprünglich aus der Kinder- und Jugendmedizin und ist dort eine der am besten untersuchten Substanzen überhaupt. Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von MPH zur Behandlung erwachsener ADHS-Patienten wurden in zahlreichen großen Studien geprüft.

Die medikamentöse Behandlung mit MPH führt oftmals in kurzer Zeit zu einer deutlichen Besserung der ADHS-Symptomatik. Die Fähigkeit zur Konzentration steigt und der Patient kann sein Verhalten besser kontrollieren. Bei einem Teil der Betroffenen werden erst durch diese Effekte weitere, nicht medikamentöse Behandlungsmaßnahmen möglich. Grundsätzlich gilt jedoch, dass eine medikamentöse Behandlung in der Regel erst dann in Betracht kommt, wenn andere, nicht medikamentöse Maßnahmen nicht ausreichend wirksam waren.

Wirkung von MPH bei Erwachsenen

Da das Ansprechen auf MPH erfahrungsgemäß unterschiedlich ist, muss zu Beginn der Behandlung die individuell beste Dosierung gefunden werden. Dazu wird die Wirkstoffdosis schrittweise (in der Regel in wöchentlichen Abständen) bis zum optimalen Wirkeffekt gesteigert. In dieser Erprobungsphase sollten möglichst sämtliche Alltagssituationen/Lebensbereiche berücksichtigt werden, in denen beeinträchtigende Symptome auftreten. Dabei kann es sehr hilfreich sein, wenn auch der Partner die im Zusammenhang mit der Medikation erzielten Effekte mitbeurteilt.

Nebenwirkungen

Die medikamentöse Behandlung einer ADHS wird meist gut vertragen. Da ADHS-Medikamente (überwiegend milde) Effekte auf die Herz-Kreislauf-Funktionen haben, werden regelmäßig Kontrollen des Blutdrucks und der Pulsfrequenz empfohlen. Auch Schlafstörungen und Appetitmangel können als Nebenwirkungen einer medikamentösen Therapie auftreten.

Keine Suchtgefahr bei Einnahme von MPH

Menschen mit ADHS müssen nicht befürchten, dass zugelassene ADHS-Medikamente eine Suchtentwicklung auslösen oder begünstigen. Studien, die diesen Aspekt langfristig bei Jugendlichen untersuchten, fanden zum Teil sogar gegensätzliche Effekte, d.h., dass eine frühzeitige medikamentöse Behandlung das Risiko einer späteren Suchtentwicklung verminderte.

Die Wirksamkeit von Methylphenidat bei ADHS basiert nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft auf einem Ausgleich des gestörten Botenstoff-Haushaltes im Gehirn, insbesondere von Dopamin und von Noradrenalin.

Wie wirkt MPH?

 

Psychoedukation und Psychotherapie als Therapieformen einer ADHS bei Erwachsenen.